Konferenzbeiträge 2026
Donnerstag, 15.10.2026
AUFTAKTVORTRAG
Dr. Michael Mörsch
Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), Abteilung Politik
Zwischen Strukturreform und Kostendämpfung: Die Perspektive der Krankenhäuser
Mit dem Krankenhausanpassungsgesetz (KHAG) wurde die größte Strukturreform der Krankenhauslandschaft seit der Wiedervereinigung Deutschlands eingeleitet. Die Krankenhäuser haben den umfassenden Reformbedarf in der Vergangenheit wiederholt selbst angemahnt und unterstützen daher ausdrücklich die Ziele der Reform. Die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehenen Einsparungen für die Krankenhäuser werden jedoch nicht ohne Folgen bleiben: Die wirtschaftliche Lage vieler Kliniken ist bereits heute dramatisch. Der Vortrag beleuchtet die Wechselwirkungen beider Gesetzesvorhaben und zeigt auf, welche Auswirkungen die finanzielle Belastung auf die Umsetzung der Krankenhausreform sowie auf weitere Vorhaben wie die Notfallreform und das Gesundheitssicherstellungsgesetz haben kann.
Donnerstag, 15.10.2026
IMPULSARENA
Dr. Georg Bonn
drbp – Bonn und Partner
Ambulantisierung als Bautreiber – Das Krankenhaus der Zukunft neu denken!
Die fortschreitende Ambulantisierung verändert das Gesundheitswesen tiefgreifend und stellt neue Anforderungen an Krankenhausstrukturen, Betriebsorganisation und Architektur. Kliniken müssen Gebäude und Prozesse an kürzere Verweildauern, steigende ambulante Fallzahlen und digitale Abläufe anpassen.
Der Vortrag beleuchtet die strategischen und baulichen Konsequenzen für moderne Klinikstandorte. Im Mittelpunkt stehen flexible Raumkonzepte, optimierte Logistikstrukturen sowie die Transformation vom klassischen Bettenhaus zum integrierten Gesundheitszentrum.
Anhand praxisnaher Beispiele werden Chancen und Erfolgsfaktoren dieser Transformation diskutiert. Der Beitrag zeigt auf, wie Krankenhausstandorte künftig resilient, wirtschaftlich und patientenorientiert gestaltet werden können – und warum Ambulantisierung zum zentralen Treiber moderner Krankenhausplanung wird.
Ludwin Hafer
Mandamehr, Institut für Raum und Gesundheit GmbH
Logistikplanung als Voraussetzung für einen effizienten Klinikbetrieb
Die bauliche Hülle und die technische Ausstattung sind die Voraussetzung für einen effizienten Klinikbetrieb. Diese planerischen Inhalte aus Baukörper und Technik können die gewünschte Funktionalität und Wirtschaftlichkeit aber nur dann im Alltagsbetrieb unterstützen, wenn hierbei auch die Inhalte einer Logistikplanung adäquat eingeflossen sind.
Dabei müssen in einer Logistikplanung primär Prozesse abgebildet werden; d.h. es werden bauliche und technische Voraussetzungen berücksichtigt, die sich auf Alltagsabläufe der Ver- und Entsorgung und auf Servicedienste beziehen.
In seinem Impulsvortrag zeigt Ludwin Hafer anhand einiger aktueller Logistikthemen die Komplexität zwischen Makro- und Mikrologistik auf. Es werden Probleme des üblichen Denkens in Planungs- und Finanzierungsabschnitten aufgezeigt und der Notwendigkeit, diese Abgrenzungen zu überwinden.
Prof. Linus Hofrichter
Architekt BDA AKG
Geschäftsführender Gesellschafter a|sh sander hofrichter architekten
Neuer Bedarf – alter Bestand: Anpassung durch Sanierung, Umbau, Nachnutzung
Die Zukunft des Krankenhausbaus entscheidet sich nicht allein im Neubau, sondern vor allem im Bestand. Steigende Nachhaltigkeitsanforderungen, der demografische Wandel, veränderte Versorgungsstrukturen, neue medizinische Prozesse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen stellen bestehende Klinikgebäude vor große Herausforderungen. Gleichzeitig begrenzen die vorhandenen Strukturen von Gebäuden und Städten den Handlungsspielraum. Wie lassen sich unter diesen Voraussetzungen bedarfsgerechte und wirtschaftliche Lösungen entwickeln? Anhand ausgewählter Projektbeispiele zeigt der Vortrag, wie Sanierung, Umbau und Nachnutzung erfolgreich gelingen können. Im Mittelpunkt stehen typische Herausforderungen, bewährte Strategien und die Frage, wie tragfähige Kompromisse entstehen, die funktionale, wirtschaftliche und gestalterische Anforderungen in Einklang bringen.
Thomas Willemeit
GRAFT Architects
Georg Schmidthals
GRAFT Architects
Vom Patient zum Akteur: Wie kann Gesundheitsarchitektur von morgen zu mehr individueller Aktivität und persönlicher Teilhabe beitragen?
Gesundheitsarchitekturen von heute begünstigen eine Anspruchshaltung und Passivität bei vielen Patienten. Klar ist aber auch, dass gute Heilungsverläufe von der individuellen Aktivität und persönlichen Teilhabe abhängen. Wie kann Gesundheitsarchitektur von morgen zu dieser Eigenverantwortung beitragen?
Darauf aufbauend stellen sich angesichts des Klimawandels und Extremwetterereignissen aktuelle Fragen nach der Resilienz des Stadtraums, gesundheitsrelevanten Infrastruktur-Maßnahmen und „Self Healing Environments“ im Alltag. Wie kann auch die Digitalisierung und KI dazu beitragen, dass Fragen der Gesundheit im Alltag präsenter werden und Städte dazu einen Beitrag leisten können?
Jörn Köster
DREES & SOMMER
Integrierte Projektabwicklung (IPA) im Kontext der Strukturreformen – Projekte effizient, qualitätsorientiert und partnerschaftlich realisieren
Die Integrierte Projektabwicklung (IPA) etabliert sich zunehmend als zukunftsweisendes Modell für die erfolgreiche Umsetzung komplexer Bau- und Infrastrukturprojekte – auch und gerade im Gesundheitswesen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Grundlagen der IPA sowie die aktuelle Marktentwicklung, einschließlich Projektanzahl und unterschiedlicher Ausprägungen des Modells. Zudem werden aktuelle Modellvarianten vorgestellt, darunter Ansätze für kleinere Projekte und lebenszyklusorientierte IPA-Modelle. Ein besonderer Fokus liegt auf den spezifischen Anforderungen im Healthcare-Bereich: von der IPA-Reife der Projektbeteiligten über die Ausgestaltung des Modells bis hin zur Synchronisation mit Fördermittelgebern und einem integrierten Nutzermanagement. Anhand praktischer Erfahrungen werden Erfolgsfaktoren für eine effiziente, qualitätsorientierte und partnerschaftliche Projektabwicklung aufgezeigt.
Freitag, 16.10.2026
Forum I: Projekte, Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis
Sebastian Pfau
Geschäftsführung / wörner traxler richter planungsgesellschaft mbh
Gerrit Grigoleit
Mitglied der Standortleitung, Burckhardt Deutschland GmbH
Neubau Kantonsspital Aarau
Der Vortrag gibt Einblicke in die Planung und Realisierung des Ersatzneubaus „Dreiklang“, der funktionale Effizienz, Orientierung und ein heilungsförderndes Umfeld vereint.
ARGE B+P/wtr Planergemeinschaft
Christian Rauch
Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML
Steuerung, Kapazitäten und Logistik im Wandel: Zukunftsfähige Notfallversorgung im INZ
Angesichts steigender Patientenzahlen und zunehmender Versorgungsanforderungen – insbesondere bei älteren und multimorbiden Patienten – sowie begrenzten räumlichen Kapazitäten, gewinnen effiziente Betriebsabläufe im INZ zunehmend an Bedeutung. Die Schaffung der hierfür notwendigen strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen stellt sowohl in bestehenden Einrichtungen als auch in Neubauten eine komplexe planerische und interdisziplinäre Herausforderung dar, die zusätzlich durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und begrenzte personelle Ressourcen geprägt ist. Daraus resultieren die logistischen Fragestellungen, wie die Patientenströme gesteuert werden können, welche Raumkapazitäten benötigt werden, wie diese funktional anzuordnen sind und wie sich diese in Bestands- oder Neubauten realisieren lassen.
Jörn-Ole Stellmann
Wiegerinck Architekten
Georg Schmidthals
GRAFT Architects
Von der Evidenz zur Strategie: Erkenntnisse zur Wahrnehmung der Raumwirkung auf Patienten und Angehörige
Tatsächliche Evidenz zur Wahrnehmung und Wirkung von Architektur im Gesundheitswesen ist selten und zeitaufwendig. Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele von ICUs aus Deutschland und Benelux lassen aber einen konkreten Schluss zu: Funktionalität ist, anders als meist in räumlichen Bedarfsprogrammen beschrieben, nicht linear und segmentiert zu begreifen, sondern muss aus einem medizinisch relevanten Kontinuum der Wahrnehmung und der Raum als Bühne für Kommunikation verstanden werden.
Wahrnehmung und Wirkung von Architektur zu verstehen, gehört dabei längts nicht mehr zum „nice to have“. Das genaue Verständnis von belegbaren Auswirkungen raumbildender Maßnahmen auf betroffenen Akteure, PatientInnen, ÄrztInnen, Pflegekräfte und Angehörige ist wissenschaftlich belegt und muss als Teil der allgemeinen „Funktionalität“ des Raums diskutiert werden. Dazu kommt neben der Sicherung der allgemein bekannten „berechenbaren“ Kriterien dem vorausschauenden empathischen Verständnis für die Nutzerperspektive eine entscheidende Bedeutung zu.
Johannes Kresimon
Architekt BDA, Geschäftsführender Gesellschafter Telluride
Nadine Schirmer
Architektin, MBA, Geschäftsführende Gesellschafterin a|sh sander.hofrichter architekten
Malteser Fördeklinikum St. Katharina, Flensburg - erstes IPA Krankenhausprojekt in Deutschland
Das Malteser Fördeklinikum St. Katharina in Flensburg folgt nicht den gewohnten Routinen klassischer Projektabwicklungen. Als erstes IPA-Krankenhausprojekt in Deutschland setzt es auf frühe Zusammenarbeit, gemeinsame Zielkostenfindung und die Haltung „Best for Project“. Der Vortrag gibt Einblicke in den aktuellen Entwurfsstand und die Validierungsphase. Im Mittelpunkt steht die Frage, was IPA im Planungsalltag tatsächlich verändert: Wie entstehen Entscheidungen? Wie verschieben sich Rollen und Verantwortlichkeiten? Und wie gelingt es, Komplexität nicht nur zu verwalten, sondern gemeinsam bearbeitbar zu machen? Eine Zwischenbilanz nach einem Jahr – praxisnah, fachlich fundiert und mit Blick auf die Zukunft des Gesundheitsbaus.
Stefan Meyer
NUOVO-Consult
Lena Friedrich
München Klinik Harlaching
Umzug geschafft – Erkenntnisse und Erfahrungen zur Inbetriebnahme am Beispiel der MÜK Harlaching
Freitag, 16.10.2026
Forum II: Perspektiven für Planung, Bau und Betrieb
Michael Zimmer
Hospitaltechnik Planungsgesellschaft
Michael Heimann
Hospitaltechnik Planungsgesellschaft
Infrastrukturelle Konsequenzen der Digitalisierung der Medizin für die Bauplanung
Die Digitalisierung der Medizin verändert nicht nur klinische Prozesse, sondern stellt auch neue Anforderungen an die bauliche, technische und organisatorische Infrastruktur von Krankenhäusern. Michael Heimann (Bereichsleiter Medizintechnik) und Michael Zimmer (Bereichsleiter Informationstechnik) berichten anhand von über 30 Jahren Erfahrung im Gesundheitswesen aus der praktischen Planung und Umsetzung. Im Mittelpunkt stehen besonders betroffene Bereiche wie OP und Intensivstation, aber auch spezialisierte Abteilungen wie Pathologie und Krankenhausapotheke. Der Vortrag zeigt, welche infrastrukturellen Konsequenzen sich aus immer stärker digitalisierten medizintechnischen Systemen und immer prozessorientierten Anwendungen ergeben – und wie robuste, flexible sowie zukunftssichere Lösungen im Gesamtkontext für die Bauplanung entwickelt werden können.
Christoph Gatermann
Nickl&Partner
Modulare Konzepte - Krankenhäuser anpassungsfähig planen
Krankenhäuser unterliegen immer kürzeren Veränderungszyklen und müssen häufig im laufenden Betrieb angepasst werden. Der Vortrag zeigt, wie modulare Raum- und Technikstrukturen eine langfristig flexible und robuste Krankenhausarchitektur ermöglichen. Anhand einiger aktueller Fallbeispiele werden konkrete Lösungen vorgestellt, wie sich bauliche, funktionale und betriebliche Anforderungen schon heute anpassen lassen, welche Einschränkungen bestehen, und wie sich diese Erkenntnisse für zukünftige Neubauplanungen vorausschauend organisieren lassen. Im Fokus steht dabei auch die Nutzerperspektive – von Orientierung bis Arbeitsabläufen – und die Frage, wie sich Wandel im Gesundheitsbau strategisch als Chance nutzen lässt.
Dr.-Ing. Mandana Banedj-Schaafi
Mandamehr Institut für Raum und Gesundheit GmbH
Einfluss von KI auf Raumentwurf- und Raumgestaltung
KI entwickelt sich zu einem wichtigen Werkzeug in der Raumgestaltung und der Raumplanung in Gesundheitseinrichtungen. Sie ersetzt weder ArchitektInnen noch FachplanerInnen sondern unterstützt sie bei Analyse, Optimierung und Visualisierung. Die eigentliche gestalterische Entscheidung, die Berücksichtigung sozialer, kultureller und ästhetischer Aspekte, die kreative Vision sowie die Berücksichtigung des ganzheitlichen Ansatzes (PPPT – People/Process/Place/Technology) bleiben weiterhin menschliche Aufgaben. Die Zukunft liegt daher in einer Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, bei der beide ihre jeweiligen Stärken einbringen. Dieser Vortrag durchleuchtet die wichtigsten Auswirkungen und geht auf Vorteile aber auch Herausforderungen ein.
Uwe Müller
24 LUMO
Das Intensivzimmer der Zukunft
Rudolf Birkholz
Geschäftsbereichsleiter Planen und Bauen, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Große Umbrüche in der Architektur durch Re-use von Materialien: Die Bauteilbörse der BIM
Freitag, 16.10.2026
WORKSHOPS
Christian Gutmann-Kantoks
TEAMPLAN
Martin Lyodl
TEAMPLAN
Annina Tudisco
TEAMPLAN
Lorenz Hagen
TEAMPLAN
Dimensionen der Krankenhausresilienz - Wie Krankenhausarchitektur und Betriebsorganisationplanung gemeinsam Krisenfähigkeit gestalten können
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Krankenhäuser zunehmend mit außergewöhnlichen Belastungslagen konfrontiert sind – von Pandemien über Cyberangriffe und Infrastrukturausfälle bis hin zu sicherheitspolitischen Bedrohungen. Gleichzeitig entstehen hochkomplexe, digital vernetzte Krankenhausstrukturen. Die Frage, wie sich diese Häuser resilient planen lassen, gewinnt daher an Bedeutung.
Der Workshop baut auf einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Krankenhausresilienz sowie auf Erfahrungen aus Krankenhausprojekten auf. Zunächst werden die fünf zentralen Dimensionen vorgestellt: Organisation und Kommunikation, Personal, Logistik und Versorgung, Technik und digitale Kontinuität sowie Gebäude und Infrastruktur.
Während Gebäude und Infrastruktur den Arbeitsbereich von Architektur und Fachplanung betreffen, finden die übrigen Dimensionen innerhalb der geplanten Strukturen statt. Hier setzt der Workshop an und ermöglicht einen Perspektivwechsel zwischen Krankenhausarchitektur, Fachplanung und Nutzerseite.
Katrin Thies
EY Parthenon
Katja Böttcher
EY Parthenon
Best Practices aus anderen Industrien für den Klinikbau
Steigende Komplexität und hohe Anforderungen an Effizienz und Zukunftsfähigkeit charakterisieren heutige Krankenhausprojekte. Der Workshop zeigt, wie erprobte Methoden aus der Automobil- und Hightechindustrie oder der Pharmabranche auf Planung, Bau und Betrieb von Krankenhäusern übertragen werden können. Im Fokus stehen Automatisierung, digitale Zwillinge, vorausschauende Betriebsmodelle sowie moderne Arbeitswelten und Workshopmethoden. Anhand von Praxisimpulsen entwickeln die Teilnehmenden im Workshop eigene Transferansätze für ihre Projekte.